Stuttgart, Juli 2025 – Die Region Stuttgart ist zunehmend vom Klimawandel betroffen: In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Hitzetage deutlich erhöht, und auch in Zukunft ist mit einer weiteren Zunahme zu rechnen. Gleichzeitig verursachen immer häufiger auftretende Starkregenereignisse bereits heute erhebliche Schäden. Um Städte und Gemeinden gezielt bei der Anpassung an diese Herausforderungen zu unterstützen, wurde nun der neue digitale Klimaatlas der Region Stuttgart (VRS Klimatool - Regionale Klimainformationen) vorgestellt.
Der Klimaatlas der Region Stuttgart ist ein zentrales Produkt des ISAP-Projekts, welches vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und von IREUS geleitet wird. Projektpartner von ISAP sind der Verband Region Stuttgart, die Landeshauptstadt Stuttgart, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), die Dr. Pecher GmbH sowie die Lohmeyer GmbH und indblik.io als Unterauftragnehmer. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Ziel des Projekts ist es, Kommunen in der Region mit fundierten Informationen besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Das interaktive Planungsinstrument liefert aktuelle, wissenschaftlich fundierte Daten zu Klimarisiken wie Hitze- und Starkregenbelastung – ergänzt um Informationen zu sozialen Verwundbarkeiten sowie kritischen Infrastrukturen und ökonomischen Schadensbewertungen. So zeigt der Atlas nicht nur, wo Handlungsbedarf besteht, sondern ermöglicht auch eine vorausschauende Planung über Gemeindegrenzen hinweg.
„Der Klimaatlas schließt eine wichtige Lücke zwischen der lokalen und überregionalen Ebene und bietet die Basis für eine vorausschauende Vorsorge gegenüber Klimarisiken – über Gemeindegrenzen hinweg. Denn Klimarisiken enden nicht an Ortsschildern. Ein besonderer Wert des ISAP-Projekts liegt in der Kombination innovativer Forschung und der engen Zusammenarbeit mit Praxispartnern, insbesondere dem Verband Region Stuttgart und der Landeshauptstadt Stuttgart“, sagt Prof. Jörn Birkmann, Leiter des Instituts für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS) von der Universität Stuttgart.
Auch politisch gewinnt das Thema an Bedeutung: Das neue Klimaanpassungsgesetz des Bundes verlangt eine stärkere Berücksichtigung von Klimaaspekten in der Siedlungs-, Infrastruktur- und Freiraumplanung. Der Klimaatlas der Region Stuttgart bietet hierfür eine zentrale Grundlage – und wird damit zu einem wichtigen Baustein für eine klimaresiliente Zukunft.
ISAP wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Das Projekt ist eines von sechs Modellvorhaben, die im Rahmen der BMFTR-Fördermaßnahme „Regionale Informationen zum Klimahandeln“ (RegIKlim) daran arbeiten, die Klimaanpassungskapazitäten auf regionaler und kommunaler Ebene durch digitale Instrumente zu verbessern.
Weitere Informationen zum ISAP-Projekt unter: www.project.uni-stuttgart.de/isap/
Presseschau: Weitere Mitteilungen unserer Partner
- BMFTR - FONA Nachrichten
- Verband Region Stuttgart – Pressestatement
- Verband Region Stuttgart – Kurzfilm
- Pecher GmbH
Weiterführende wissenschaftliche Publikationen
Birkmann, J., Hasse, J., Schmidt, C., Drautz, S., Luig, K., McMillan, J. & Göttsche, F. (2024): Mit digitalen Tools zum regionalen Anpassungshandeln: Das neue Online-Informations- und Beratungssystem der Region Stuttgart zum stadt-regionalen Umgang mit Klimarisiken. RaumPlanung 227 / 3/4-2024.
McMillan, J. M., Göttsche, F., Birkmann, J., Kapp, R., Schmidt, C., Weisser, B., & Jamshed, A. (2025): Mapping vulnerability to climate change for spatial planning in the region of Stuttgart, Nat. Hazards Earth Syst. Sci., 25, 1573–1596, https://doi.org/10.5194/nhess-25-1573-2025.
Hundhausen, M., Feldmann, H., Kohlhepp, R., & Pinto, J. G. (2024). Climate change signals of extreme precipitation return levels for Germany in a transient convection‐permitting simulation ensemble. International Journal of Climatology, 44(5), 1454-1471, https://doi.org/10.1002/joc.8393
Hundhausen, M., Feldmann, H., Laube, N., and Pinto, J. G. (2023): Future heat extremes and impacts in a convection-permitting climate ensemble over Germany, Nat. Hazards Earth Syst. Sci., 23, 2873–2893, https://doi.org/10.5194/nhess-23-2873-2023
IPCC, 2012: Summary for Policymakers. In: Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation [Field, C.B., V. Barros, T.F. Stocker, D. Qin, D.J. Dokken, K.L. Ebi, M.D. Mastrandrea, K.J Mach, G.-K. Plattner, S.K. Allen, M. Tignor, and P.M. Midgley (eds.)]. A Special Report of Working Groups I and II of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge University Press, Cambridge, UK, and New York, NY, USA, pp. 1-19. https://www.ipcc.ch/report/managing-the-risks-of-extreme-events-and-disasters-to-advance-climate-change-adaptation/
Birkmann, J. (2006). Indicators and criteria for measuring vulnerability: Theoretical bases and requirements. Measuring vulnerability to natural hazards: Towards disaster resilient societies, 55-77.