Hitzevorsorge wird vor dem Hintergrund der Klimakrise auch in Deutschland zu einem dringlichen Zukunftsthema, das vor allem die urbanen, stark verdichteten Gebiete betrifft. Hitzestress vermindert die Lebensqualität indem es zu einer Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens sowie zu ernsthaften Risiken für die menschliche Gesundheit führen kann. Hitzerekorde haben in den letzten Jahren zugenommen und zu langanhaltenden Hitzeperioden in Deutschland geführt.
Aufgrund der baulichen und thermischen Eigenschaften von städtischer Bebauung und deren Komposition, sind insbesondere Städte durch Hitzebelastung betroffen. Städten sehen sich daher von vielfältigen negativen Auswirkungen betroffen, die die Kommunen nun vor neue Herausforderungen hinsichtlich der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen und -strategien stellen. Hierbei stellt insbesondere die zielgerichtete, flächendeckende sowie sektoren- und ebenenübergreifende Hitzevorsorge eine Herausforderung dar. Hieran knüpft das Forschungsprojekt Urban Heat Labs an, um Hitzevorsorge als querschnittsorientiertes Handlungsfeld zu stärken.
Urban Heat Labs steht im Kontext der übergeordneten Hitzeschutzstrategie des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und wird im Rahmen des ExWoSt-Forschungsprogramms des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut. Es befasst sich mit strategischen Planungs- sowie Kommunikationsprozessen zur Umsetzung von Hitzevorsorge sowohl auf Stadt-, Quartiers- als auch Gebäudeebene. Hierbei sollen übertragbare Lösungsansätze erarbeitet werden und über Wissenstransfer für relevante Akteure zugänglich gemacht werden. Im Zuge dessen soll auch die Integration und Aktivierung von Akteuren im Handlungsfeld Hitzevorsorge gestärkt werden. Zielsetzung ist die künftige Verminderung von Hemmnissen in der Umsetzung von Hitzevorsorge. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts leisten damit einen maßgeblichen Beitrag zu einer hitzeangepassten Planung auf unterschiedlichen Maßstabsebenen.
Zentraler Baustein des Projekts sind die sieben Modellvorhaben, die im Zeitraum des Forschungsprojekts bei der Umsetzung von verschiedenen Hitzevorsorgemaßnahmen fachlich begleitet werden. Das Projekt an sich gliedert sich hierbei in insgesamt 10 Bausteine. Das IREUS ist hierbei insbesondere an den folgenden Bausteinen beteiligt:
- Baustein 8 beschäftigt sich mit der Recherche des Status Quo in der Forschung zur Hitzevorsorge auf nationaler Ebene. Dabei werden rund 20 Forschungsprojekte zur Thematik quer ausgewertet und auf Aspekte wie Hemmnisse, Erfolgsfaktoren, Instrumente oder auch Maßnahmen untersucht.
- In Baustein 9 werden ca. 20 gute nationale und internationale Fallbeispiele zur Hitzevorsorge aufgearbeitet, die innovative und zugleich übertragbare Maßnahmen und Strategien aufzeigen. Dieser Baustein baut inhaltlich auf dem vorangegangenen Baustein auf.
- Baustein 10 umfasst die Kurzexpertisen, die ausgewählte Fragestellungen des Forschungsfeldes aufarbeiten. Hierbei werden Fragestellungen zu vulnerablen Gruppen sowie Instrumenten zur Umsetzung bearbeitet.
Projektbeteiligte:
- agl | Hartz • Saad • Wendl - Landschafts-, Stadt- und Raumplanung (Projektleitung)
- Prof. Dr.-Ing. Jörn Birkmann
- Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS), Universität Stuttgart
- Prof. Dr.-Ing. Jens Pfafferott, Hochschule Offenburg
- feinware | raum für gestaltung _ Sandra Anstätt
Fördermittelgeber:
- Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
- Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)
- Forschungsprogramme: Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) & Initiative Grün in der Stadt
Laufzeit:
2024 – 2027
Weitere Informationen:
https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/programme/exwost/jahr/2024/urban-heat-labs/01-start.html
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